Manfred Hilberger - Schäferhündin Olga

Meine Schäferhündin 'Olga'



Von Dezember 1998 bis Ende November 2007 hatte ich mit seiner Schäferhündin Olga stets eine treue Begleiterin bei mir, die mir, sofern es möglich war, auf Schritt und Tritt folgte. Olga hat mehrere Frauen in meinem Leben kommen und gehen sehen, aber sie war die einzige, die mich immer bedingungslos liebte - denn Hunde eben stets im Hier und Jetzt und nehmen und geben, ohne zu erwarten oder ständig zu hinterfragen.
Und natürlich unterscheiden sie sich vom menschlichen Verhalten vor allem dadurch, dass sie Rudeltiere sind, die Rangordnungen akzeptieren. Das macht es natürlich einfacher, als eine zwischenmenschliche Beziehung...

Unten findet Ihr einen ausführlichen Text, den ich einen Tag nach ihrem Tod über mein Leben mit meiner geliebten Hündin geschrieben habe.

Zudem findet Ihr unten zahlreiche Fotos. 

Rechts findet Ihr einen sehr emotionalen Videoclip des Songs 'Jetzt musst du gehen', den ich direkt nach Olgs's Tod geschrieben und aufgenommen habe.


Im Herbst 1998 beschloss ich, gemeinsam mit meiner damaligen Frau, mir wieder einen Hund zuzulegen. Schon als Kind hatte ich eine liebe kleine Mischlingshündin namens 'Putzi', die ich sehr liebte. Da mir schon damals bewusst wurde, dass Tiere die besseren Menschen sind, wollte ich wieder einen Hund - am liebsten einen Schäferhund und am liebsten weiblich, da mir Rüden oft etwas zu wild sind.


Mein Vater hatte damals Kontakt zu einem Schäferhunde-Züchter, der eine bereits 3-jährige Hündin mit dem Namen 'Olga' abzugeben hatte. Sie lebte bis dahin gemeinsam mit ihrem Bruder 'Olaf' und weiteren Schäferhunden im Haus des Züchter-Ehepaares und sollte ausschließlich an jemanden vermittelt werden, bei dem sie es wirklich gut haben würde.

Als ich damals zu dem Züchter kam, um mir den Hund anzusehen, stürzten 5 wild bellende Schäferhunde auf mich zu, was selbst mich als Hundefreund etwas beängstigte. Ein weiterer Hund lief etwas hinter den anderen und begrüßte mich zuletzt, wobei sie als einzige mit dem Schwanz wedelte und sich sehr über meine Bekanntschaft zu freuen schien, zumal sie mir auch die Hand ableckte. Ich sagte zu meinem Vater, der mich begleitete: "ich will DIESEN Hund und sonst keinen. Wenn das die Olga ist, dann gehört sie zu mir". - Und sie war es! Wir hatten uns von der ersten Sekunde an ineinander verliebt.

Auch meine Ex-Frau war sehr von ihr angetan, als sie Olga dann zu Gesicht bekam. Und so holten wir sie im Dezember 1998 ab. Am ersten gemeinsamen Abend glaubte ich dann aber, es mir bei ihr schon verscherzt zu haben. Wir wohnten damals im 1. Stock und Olga ging die Treppe zwar problemlos hinauf, traute sich aber nicht wieder herunter, denn Treppenlaufen war sie bis dato nicht gewohnt. Auf Anraten des Züchters zog ich sie dann einfach vorsichtig an der Leine herunter. Zwar lief sie die Treppe fortan freiwillig, aber mir schien, sie war stinkig auf mich. Am zweiten Tag aber, versuchte ich sie immer wieder dazu zu animieren, mit mir Ball zu spielen. Auch so etwas kannte sie bis dahin nicht. Aber sie fand plötzlich Gefallen daran, ich war wieder ihr Freund und von da ab war ich wohl mehr als das... Bis zu ihrem letzten Atemzug ließ sie mich in jeder Sekunde ihres Daseins spüren, dass sie mich abgöttisch liebte.

Sie akzeptierte mich als ihren 'Rudelführer', aber auch mehr als das. Sie gehörte nie zu den Tieren, die probierten, wie weit sie mit irgendetwas, was ihnen möglicherweise nicht erlaubt war, gehen können. Sie hat ausnahmslos und immer versucht, alles zu tun, um es mir recht zu machen. Sie war immer lieb. Natürlich musste ich sie gelegentlich schimpfen, um ihr Dinge beizubringen oder abzugewöhnen (zum Beispiel musste sie lernen, dass sie bei uns nicht mehr auf die Couch durfte), aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen lieberen Hund geben kann, als meine Olga (klar, das sagt sicher fast jeder Hundebesitzer).

Wir hatten in den nächsten Jahren unglaublich viel Spaß mit Olga, wobei sie immer extrem auf mich fixiert war, weniger auf meine Ex-Frau. Olga liebte, wie alle Hunde, lange Spaziergänge und raste über Wiesen und Felder. Am liebsten jagte sie Enten am Bach oder große Vögel auf den Feldern. Wenn ich nur den Begriff "Gassi gehen" erwähnte, dreht sie fast durch vor Freude.

Eine kleine 'Macke' hatte sie aber doch. Zwar liebte sie alle Menschen, aber mit anderen Hunden, die sie nicht kannte, kam sie nicht klar. Jeder Hund, ob groß oder klein, wurde lautstark angebellt. Teilweise richtig bösartig mit aufgestelltem Fell und gefletschten Zähnen. Daher musste ich sie immer an der Leine führen, wenn ein anderer Hund in der Nähe war. Ansonsten hörte sie aber auf alle Kommandos, wie 'Sitz', 'Platz', 'komm', 'lauf', 'bleib', 'bei Fuß', 'halt' etc. Es gab, wenn ich mich recht erinnere, nur vier andere Hunde, die Olga näher kennen lernte und mit denen sie sich auch anfreundete. Aber auch diese Hunde wurden bei jedem Wiedersehen erst mal lautstark angebellt. Ich denke, dass Olga (vielleicht durch frühe Kindheitserfahrungen auf dem Züchter-Hof) generell Angst vor anderen Hunden hatte und daher dachte, dass Angriff die beste Verteidigung sei. Wenn sie einen Hund aber näher kannte, wurde diese/r auch von ihr geküsst.

Etwa im Jahre 2000 (ich weiß es nicht mehr genau, aber ich denke, dass es etwa zu dieser Zeit war, als sie fünf war) machte ich mir erstmals große Sorgen um meine kleine Maus, denn sie hatte keinen Stuhlgang mehr, musste aber laufend brechen. Es wurde dann festgestellt, dass sie ganz knapp vor einem Darmverschluss war und generell einen empfindlichen Magen hatte. Ich legte fortan großen Wert darauf, dass sie nicht alles zu fressen bekam, was sie vielleicht gerne gewollt hätte. Es ging ihr dann aber wieder gut.

Anfang April 2003 bemerkte ich, dass Olga ungewöhnlich viel trank und ich beschloss, an einem Donnerstag mit ihr zum Tierarzt zu gehen, obgleich ich eigentlich keine Zeit gehabt hätte. Da ich aber auch an dem nächsten Tag keine Zeit hatte, dachte ich sogar darüber nach, erst Montags mit ihr zum Arzt zu gehen. Ich ging dann aber doch bereits Donnerstag, was sich als äußerst richtig herausstellte, denn sie hätte das Wochenende laut Tierarzt nicht überlebt. Sie hatte eine schwere Gebärmutterentzündung, so dass ihr am Freitag, den 4. April 2003 die Gebärmutter entfernt wurde, was keine ungefährliche Operation für eine Hündin ist. Sie überstand den Eingriff trotz sicher starker Schmerzen aber mit Bravour.

Im September 2003 zog ich dann gemeinsam mit Olga aus dem ehelichen Haus in eine eigene Wohnung, da sich meine Ex-Frau und ich bereits einige Monate zuvor getrennt hatten. Olga war mittlerweile 8 Jahre alt und sie war nicht mehr ganz so gut und schnell auf den Beinen, wie in den Jahren zuvor, aber sie war immer noch fit und liebte das Gassigehen und natürlich das anschließende Fresschen. Auch für Leckerlies zwischendurch hätte sie alles getan. Leider war Olga nun viel alleine, da ich damals nicht von zu Hause aus arbeitete. Erst ab September 2005 war ich dann quasi rund um die Uhr bei ihr.

Für Olga war es wohl das schlimmste, wenn man sie alleine zurück ließ, weil sie irgendwohin nicht mitkommen konnte. Daher bekam sie zur Ablenkung stets ein Leckerlie, wenn ich die Wohnung ohne sie verlassen musste. Aber wann immer ich konnte, nahm ich sie mit. So verbrachte sie zum Beispiel die Zeit während meiner Band-Proben oder Aufnahmen stets bei meinen Eltern, die sie auch sehr liebte und bei denen sie sich ebenfalls sehr wohl fühlte.

Bis Olga so etwa 9 Jahre alt war, war ich immer sehr froh darüber, dass sie nicht zu den vielen Schäferhunden zählte, die an Hüftdysplasie (HD) litten. Jedoch stellte sich das dann leider auch bei ihr nach und nach ein. Ich stellte dann fest, dass sie kitzelig zu sein schien, wenn man sie an bestimmten Stellen auf dem Rücken streichelte. Eine eher zufällige Untersuchung beim Tierarzt brachte dann aber zu Tage, dass sie an einer Krankheit litt, die einige ihrer Wirbel zusammenwachsen ließ. Sie war also nicht kitzelig, sondern es tat ihr weh. Das wurde im Laufe der Zeit besser, als die Wirbel dann wohl zusammengewachsen wahren. Allerdings führte das dazu, dass sie ab ca. 2005 dann nicht mehr so gelenkig und sportlich war.

Es wurde mir daher empfohlen, das 'Stöckchenschmeißen' weitestgehend zu unterlassen. Vorher hatte sie es geliebt, hinter einem Stock her zu jagen und mir diesen zurück zu bringen. Dies war nun nicht mehr oder nur noch bedingt möglich, weil ruckartige Bewegungen manchmal dazu führten, dass sie schlecht laufen konnte und im Extremfall sogar ein Bein nachzog, wobei natürlich auch die HD ihr übriges dazu leistete.

Somit bestand das Gassigehen zwischen etwa 2005 bis zu ihrem Tod Ende November 2007 also leider fast nur noch aus ganz normalen und nicht mehr so ausgedehnten Spaziergängen. Enten und Vögel jagte sie nicht mehr. Sie lief meist nur noch ansatzweise los, um sie zu vertreiben, aber weit gerannt ist sie nur noch selten und zuletzt gar nicht mehr. Ich versuchte natürlich auch, sie zu schonen.

Im Frühjahr 2006 lernte Olga dann eine ebenfalls ältere Hundedame näher kennen, die ihr noch mal eine Menge Auftrieb gab. Zwar tollte Olga nicht mehr so rum, wie früher, aber die gemeinsamen Spaziergänge machten ihr sehr viel Spaß. Man merkte ihr nun aber allmählich an, dass sie alt wurde. Sie war ja nun auch schon elf. Öfters konnte sie ihr 'Geschäft' nicht mehr bis zur nächsten Grünfläche einhalten, wobei diese Phase dann auch erst mal wieder vorbei ging.

Im Sommer 2007 lernte Olga einen weitern Hund näher kennen. Ein junger Rüde, der gerne dauernd mit ihr gespielt hätte. Sie war nun aber schon zwölf und ich dachte, sie fühlte sich zu alt und ihre Knochen machten nicht mehr so mit, denn sie wies den Rüden öfters ab. Gelegentlich lief sie dennoch mit ihm hin und her und sie mochte ihn sehr. Die gemeinsamen Spaziergänge durch die Felder machten Olga im Sommer 2007 aber schon recht stark zu schaffen. Ich dachte, dass dies an der Hitze und eben an ihren alten Knochen lag. Dies waren aber sicher nicht die einzigen Gründe, wie ich später erfahren musste.

Ende Oktober 2007 stellte ich fest, dass Olgas kleiner Zeh am linken Vorderfuß rot und geschwollen war und ließ dies beim Tierarzt röntgen. Dabei stellte sich eine, zuvor nicht sichtbare, starke Entzündung heraus, die bereits den Knochen angefressen hatte. Daher musste ihr am 30.10.2007 der Zeh amputiert werden.

Es war ein mehr als trauriger Anblick, den sie in den nächsten tagen bot, denn durch ihren Verband konnte sie nicht laufen. Sie konnte kaum auftreten und versuchte, mehr oder weniger auf drei Beinen zu springen. Es tat mir in der Seele weh, wenn sie mich dann immer so traurig ansah. Aber ich habe mich sehr intensiv um sie gekümmert, mich ganz viel zu ihr gesetzt und sie gestreichelt und ihr das Futter an ihren Platz gebracht.

Nach einer Woche konnte der Verband entfernt werden und Olga konnte wieder ganz normal laufen. Sie schien gar keine Schmerzen zu haben, sondern lediglich der Verband hatte sie wohl sehr gestört und gehindert. Natürlich war das ein Grund zur Freude, aber richtig fröhlich konnte ich leider dennoch nicht sein.

Denn ich hatte zuvor festgestellt, dass Olga geschwollene Lymphdrüsen hatte, die seit einigen Tagen nicht abgeschwollen waren. Sie wurde am 1. November 2007 daraufhin untersucht und die Diagnose lautete: Leukose, was eine Leukämie-Form ist. Der Arzt empfahl mir, ihr fortan Kortison-Tabletten zu geben, die ich ihr problemlos in Scheibletten-Käse verabreichen konnte. Er sagte: "mit Kortison kann sie noch ein paar schöne Monate haben".

Ich kümmerte mich nun ganz intensiv um sie. Nahm mir noch mehr Zeit für sie, als vorher und ließ sie auch nur noch sehr kurz alleine zu Hause. Durch das Kortison hatte sie einen ungezügelten Appetit und ich gab ihr viel mehr Leckerlies, als das früher der Fall war. Es war mir egal, ob sie in ihren letzten Monaten noch dick wird, ich wollte, dass sie glücklich und zufrieden ist.

Am Abend des 26. November gab ich ihr sogar 3 Stücke von meiner Schokolade ab. Sie hatte sonst nie etwas 'vom Tisch' haben dürfen und schon gar keine Schokolade. Ich bin im Nachhinein froh, dies getan zu haben, denn es war ihr letzter Abend.

Eigentlich hatte sie in den letzten Wochen wieder einen recht fitten Eindruck gemacht. Natürlich, sie war nicht mehr die jüngste und die Knochen machten zu schaffen. Daher war sie oft träge, müde und faul. Aber wenn ich mit ihr raus gehen wollte, brachte sie mir nach wie vor ihren geliebten Ball. Dieser bunte Ball war Zeit ihres Lebens, neben mir und den anderen Menschen um sie herum, ihr Ein und Alles. Er war wie ihr Baby oder wie eine Puppe für sie. Wenn sie sich freute (zum Beispiel weil Gassigehen anstand), dann rannte sie los und suchte ihren Ball, um ihn mir zu bringen. Oft rauften wir auch um den Ball und sie war sehr glücklich, wenn sie nach einiger Zeit gewonnen hatte. Dann konnte sie ihren Ball minutenlang ablecken. Ach, sie war so süß.

Am Morgen des 27. November 2007 wusste ich beim Aufstehen noch nicht, dass dieser Tag wohl der bis dato dunkelste Tag meines Lebens werden würde. Olga lag, wie jede Nacht, vor meinem Bett. Nachdem ich aus dem Bad kam, lag sie wie gewohnt vor der Badezimmertür auf dem Flur, denn sie wollte immer so nah wie möglich bei mir sein.

Als ich sie dann fragte, ob wir Gassi gehen wollen, reagierte sie jedoch nicht. Erst, als ich ihr Halsband in die hand nahm, stand sie auf. Aber sie schien sich sehr schwermütig hoch zu quälen. Erstmals freute sie sich nicht, dass es hinaus ging. Sie verrichtete ihr 'Geschäft' dann aber direkt vor der Tür auf dem Weg. Mir war klar, dass es ihr sehr schlecht gehen musste. Als ich ihr zu Hause das Halsband abzog, jaulte sie. Ich fühlte daraufhin nach den Lymphdrüsen an ihrem Hals und stellte fest, dass diese über Nacht extrem angeschwollen waren. Sie hingen richtig herunter, als hätte sie Wasser im Hals oder ähnliches.

Sie rührte dann auch ihr Fresschen nicht an und auch den geliebten Käse mit der Kortison-Tablette darin mochte sie nicht. Sie legte sich hin und würgte mehrfach, als wenn ihr etwas im Hals stecken würde. Ich wusste in diesem Moment, dass es zu Ende gehen würde.

Ich schilderte dieses der Tierarzthelferin am Telefon und ich sollte noch am gleichen Mittag kommen. Irgendwie war mir klar, dass es die letzte Fahrt mit meiner geliebten Olga sein würde. So verabschiedete ich mich zuvor zu Hause schon mal vorsorglich ausgiebig von ihr. Ich sagte ihr, dass sie mein Ein und Alles ist, ich sie immer geliebt habe und immer lieben werde. Dass sie mich in all der Zeit sehr glücklich gemacht hat und dass ich ihr wahnsinnig dankbar war und bin, dass sie immer treu und loyal bei mir war und für mich da war. Sie schaute mich an, als wusste sie, dass es ein Abschied war und ich bin mir sicher, dass sie, wie immer,  jedes Wort verstanden hat - zumindest sinngemäß.

Die Fahrt zum Tierarzt war die schlimmste meines Lebens - nur die Fahrt zurück war noch schlimmer. Zum ersten Mal in knapp neun Jahren ging Olga dann freiwillig zum Arzt hinein und schien dort auch nicht so große Angst zu haben, wie sonst. Das war für mich das Zeichen, dass Olga entweder auf Hilfe hoffte... oder auf Erlösung.

Der Tierarzt, der ihr schon so oft helfen konnte, untersuchte sie und sagte, er wisse nicht, wie er diese so stark geschwollenen Lymphe wieder klein kriegen solle. Er sagte dann: "wenn sie nicht möchten, dass sie leidet, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt..."

So willigte ich schweren Herzens ein, sie nicht leiden zu lassen und dann geschah etwas, dass ihr beim Lesen möglicherweise für unglaublich haltet: Olga setzte sich und gab mir ihr Pfötchen, als wolle sie sich verabschieden. Ich konnte meine Emotionen bzw. Tränen dann natürlich nicht mehr im Zaum halten.

Der Arzt setzte ihr dann eine Braunüle, was Olga tapfer wie immer ertrug. Er gab ihr dann zunächst eine Narkose, damit sie einschläft. Dabei stand ich die ganze Zeit vor ihr, streichelte sie und sie blickte mir voller Liebe, Vertrauen und ich denke auch Dankbarkeit in die Augen.

Es war gegen 12:50 Uhr an diesem 27. November 2007, als sie ihre letzte Injektion bekam, was ich mir nicht ansah, da ich ihr mit verweinten Augen bis zu ihrem letzten Atemzug tief in die Augen blickte, ihr gut zuredete und sie streichelte. Sie sah so glücklich, friedlich und dankbar aus, als sie starb.......


Es war der schlimmste Tag in meinem Leben. Ich hatte meine Olga verloren, die fast neun Jahre lang meine aller beste Freundin war, aber auch meine Lebensgefährtin, meine Spielkameradin und mein Kind. In den neun Jahren hat Olga in meinem Leben mehrere Frauen kommen und gehen sehen, aber sie war die einzige, die mich immer bedingungslos liebte und bei mir blieb. Sie hat gespürt, wenn es mir nicht gut ging, sie hat mich getröstet, wenn ich traurig war, sie hat mich zum Lachen gebracht, wenn ich weinen musste und und und... Sie war immer da. Sie war mein Leben!


Wenn ihr es bis hierher geschafft habt, all das zu lesen, dann habt vielleicht auch ihr ein Tier und könnt meine Emotionen nachvollziehen. Aber auch denen, die es möglicherweise lächerlich finden, dass ich hier Olgas Geschichte lang und breit veröffentliche, möchte ich sagen: es ist mir egal, ob es lächerlich ist. Denn meine Olga fand mich nie lächerlich. Sie hat mich geliebt, wie ein Mensch nicht lieben kann und ich habe sie geliebt und werde das Zeit meines Lebens tun.

Während ich das hier schreibe, sind gerade mal 28 Stunden vergangen, seit Olga friedlich eingeschlafen ist. Es gehört für mich persönlich zu meiner Trauerarbeit, mir all das von der Seele zu schreiben, denn in meiner Wohnung und in meinem Leben ist es seit diesem gestrigen Mittag unglaublich leer geworden. Ich habe es noch nicht geschafft, Olgas Decke und was sonst so zu ihr gehört, weg zu räumen, da ich sie vor meinem geistigen Auge noch dort liegen und mich angucken sehe. Ich weiß, dass ich ihre Dinge bald wegräumen sollte und ich werde es auch tun. Aber ihren bunten Ball, ihren so geliebten Ball, werde ich an einem besonderen Ort für sie aufbewahren und hüten, wie meinen Augapfel.

Haltet mich meinetwegen für völlig durchgeknallt, aber ich fühle, dass Olgas Seele noch immer bei mir ist. Sie spricht mit mir. Ich weiß, dass es ihr da, wo sie nun ist, gut geht. Wie ich von ihrem Züchter erfuhr, ist ihr Bruder Olaf, der mit ihr zusammen auf die Welt kam, auf den Tag genau 14 Tage vor ihr gestorben. Ist das Zufall? Oder hat er sie zu sich gerufen?

Ich bin sicher, dass es ihr nun gut geht und sie es weiterhin gut hat. Vielleicht kann sie nun mit ihrem Bruder spielen. Und ich hoffe darauf und glaube daran, dass ich sie eines Tages auf irgendeiner anderen Ebene  wieder streicheln werde.

Und wenn ihr irgendwo einen ganz, ganz lieben Hund seht, dann denkt daran, dass er für irgendjemand eine "Olga" ist... Ich werde sie nie vergessen und für immer in meinem Herzen tragen! Ich bin unendlich dankbar für die lange Zeit, die ich mit ihr verbringen durfte!

DANKE OLGA !!! 


Manfred Hilberger
28.11.2007



Nachtrag aus dem Jahre 2016:
auch heute, fast 9 Jahre nach ihrem Tod, hat Olgas geliebter bunter Ball sowie ihr Halsband und ihre Leine noch immer einen besonderen Platz in meinem Wohnzimmer - und dabei ist es mir egal, wenn mich jeder Besucher für bescheuert hält.
Natürlich, die Zeit heilt alle Wunden. Es ist längst nicht mehr so, dass Olga immer und überall fehlt. Aber sie ist nach wie vor immer und überall dabei... in meinem Herzen.
Ich denke immer noch sehr oft an sie, spreche manchmal mit ihrem Bild, das bei mir an der Wand hängt und kann auch nach fast 10 Jahren nicht "ihr Lied" hören oder diese Geschichte lesen, ohne zu weinen.

 

Olgas Geschichte

(einen Tag nach ihrem Tod geschrieben)

Gemälde

(Acryl auf Leinwand, gemalt von Manfred Hilberger, 2007)


 

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Song/Videoclip 'Jetzt musst du gehen'

(direkt nach Olgas Tod geschrieben und aufgenommen)

Song/Videoclip 'Du fehlst mir so'

(eine Woche nach Olgas Tod geschrieben und zum ersten Todestag veröffentlicht)

Bildergalerie

(zum Anschauen Fotos bitte anklicken)

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Manfred Hilberger

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